17.04.2018
Handbuch Factoringrecht
Das Umsatzvolumen der deutschen Factoring-Branche hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht und belief sich 2016 auf rund 216 Milliarden Euro. 188 Unternehmen versorgen mehr als 25.000 Kunden aller Branchen und Größenklassen mit der Finanzdienstleistung, die seit dem Jahressteuergesetz 2009 der Überwachung der BaFin unterliegt. Das Geschäft mit zunehmend internationaler Ausrichtung und weiterer Ausdifferenzierung seines Factoringangebotes sieht sich zahlreichen rechtlichen Herausforderungen der Regulierungs-Compliance, des Pflichtenkanons des Geschäftsbesorgungsrechts, des Versicherungs-, Steuer- und Datenschutzrechts, der Erscheinungsformen der Forfaitierung sowie anderer Rechtsgebiete konfrontiert.
Erstmals liegt mit dem „Handbuch Factoringrecht“ nun ein umfassendes Kompendium vor, das das gesamte Spektrum der vielfältigen Rechtsfragen einer attraktiven Finanzierungslösung im Zusammenhang mit dem Markt und dessen ökonomischen Chancen und Risiken darstellt. Der Herausgeber, selbst ein erfahrener beratend und forensisch tätiger Rechtsanwalt, hat als Autoren vor allem Praktiker, neben Anwälten und Syndizes von Finanzdienstleistern, auch die Kompetenzen Verband, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Accounting berücksichtigt, um vorrangig die Bedürfnisse der Praxis zufrieden zu stellen.
Das ist vollumfänglich gelungen. Die übersichtliche Gliederung des Handbuchs erleichtert auch dem Einsteiger in die Thematik eine schnelle Orientierung. Umfassend stellt der Herausgeber als Autor des Kapitels „Grundlagen der Vertragsgestaltung“ die Regelungen des sogenannten Factoring-Dreiecks dar; besonders vorteilhaft für die Nutzer sind dabei die zahlreichen Formulierungsvorschläge für einzelne Vertragsklauseln. Dass der Autor sogleich zwei Kapitel über die Krise des Kunden und die Insolvenz mit einem tiefen Einblick in das Verfahren folgen lässt, weist auf die latenten Gefahren des Finanzierungsmodells hin. Eine detaillierte Darlegung der Themen Kreditversicherung und der Einbindung des Factoring in andere Finanzierungsformen vermittelt, welche weiteren Rahmenbedingungen das Finanzierungsinstrument zu einem Wettbewerbsvorteil ausweiten.
Im regulierten Geschäftsfeld wurden den Fragen der Finanzdienstleistungsaufsicht, der Umsetzung der MaRisk und der sich laufend verschärfenden Anforderungen an Geldwäsche sowie der allgemeine Compliance-Prävention zu Recht eine besonders sorgfältige Darstellung gewidmet. Man erhält ein realistisches Bild des erforderlichen Aufwandes für Organisation und Prozesse. Das Kapitel „Factoring und Compliance“ gibt einen vernünftigen Überblick, kann künftig aber noch ergänzt und durch Verweise auf einschlägige Veröffentlichungen vertieft werden.
Aufschlussreich ist der Einblick in das bisher noch kaum behandelte Verbraucher-Factoring. Spannend liest sich auch der Blick in einzelne Branchen wie die Gesundheits- und FinTech Branche, der Bedarf weckt für weitere Sektoren. Mit dem Ausblick des Handbuchs auf die Internationalisierung der Factoring-Transaktionen und die dabei zu berücksichtigenden materiellen und Verfahrensvorschiften wird das Handbuch den Nutzern gerecht, die mit dem wachsenden Umsatz des Im- und Exportfactoring konfrontiert sind.
Reinhold Kopp, Rechtsanwalt, Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft, Berlin
Quelle: ZRFC Risk, Fraud & Compliance Heft 2/2018
Erstmals liegt mit dem „Handbuch Factoringrecht“ nun ein umfassendes Kompendium vor, das das gesamte Spektrum der vielfältigen Rechtsfragen einer attraktiven Finanzierungslösung im Zusammenhang mit dem Markt und dessen ökonomischen Chancen und Risiken darstellt. Der Herausgeber, selbst ein erfahrener beratend und forensisch tätiger Rechtsanwalt, hat als Autoren vor allem Praktiker, neben Anwälten und Syndizes von Finanzdienstleistern, auch die Kompetenzen Verband, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Accounting berücksichtigt, um vorrangig die Bedürfnisse der Praxis zufrieden zu stellen.
Das ist vollumfänglich gelungen. Die übersichtliche Gliederung des Handbuchs erleichtert auch dem Einsteiger in die Thematik eine schnelle Orientierung. Umfassend stellt der Herausgeber als Autor des Kapitels „Grundlagen der Vertragsgestaltung“ die Regelungen des sogenannten Factoring-Dreiecks dar; besonders vorteilhaft für die Nutzer sind dabei die zahlreichen Formulierungsvorschläge für einzelne Vertragsklauseln. Dass der Autor sogleich zwei Kapitel über die Krise des Kunden und die Insolvenz mit einem tiefen Einblick in das Verfahren folgen lässt, weist auf die latenten Gefahren des Finanzierungsmodells hin. Eine detaillierte Darlegung der Themen Kreditversicherung und der Einbindung des Factoring in andere Finanzierungsformen vermittelt, welche weiteren Rahmenbedingungen das Finanzierungsinstrument zu einem Wettbewerbsvorteil ausweiten.
Im regulierten Geschäftsfeld wurden den Fragen der Finanzdienstleistungsaufsicht, der Umsetzung der MaRisk und der sich laufend verschärfenden Anforderungen an Geldwäsche sowie der allgemeine Compliance-Prävention zu Recht eine besonders sorgfältige Darstellung gewidmet. Man erhält ein realistisches Bild des erforderlichen Aufwandes für Organisation und Prozesse. Das Kapitel „Factoring und Compliance“ gibt einen vernünftigen Überblick, kann künftig aber noch ergänzt und durch Verweise auf einschlägige Veröffentlichungen vertieft werden.
Aufschlussreich ist der Einblick in das bisher noch kaum behandelte Verbraucher-Factoring. Spannend liest sich auch der Blick in einzelne Branchen wie die Gesundheits- und FinTech Branche, der Bedarf weckt für weitere Sektoren. Mit dem Ausblick des Handbuchs auf die Internationalisierung der Factoring-Transaktionen und die dabei zu berücksichtigenden materiellen und Verfahrensvorschiften wird das Handbuch den Nutzern gerecht, die mit dem wachsenden Umsatz des Im- und Exportfactoring konfrontiert sind.
Reinhold Kopp, Rechtsanwalt, Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft, Berlin
Quelle: ZRFC Risk, Fraud & Compliance Heft 2/2018