Risikomanagement
29.07.2019
Supply Chain Risk Management auf dem Prüfstand (Teil II)
Michael Jahn-Kozma
Fortsetzung, Teil I des Beitrages finden Sie hier.
Ein Supply Chain Risk Management muss in der Gesamtorganisation fest verankert und die handelnden Personen müssen mit dem dafür notwendigen Mandat und Wissen ausgestattet sein. Denn das Risikomanagement kann nur so gut sein wie die Personen, die es ausfüllen müssen. Von daher trifft der alte Spruch nach wie vor zu: (Supply Chain) Risk Management ist Chefsache.
Wie ein aktives Supply Chain Risk Management in der Praxis aussehen kann, zeigen die folgenden Beispiele:
Doch dies alleine genügt nicht. Unternehmen müssen in unseren sensiblen Zeiten regelmäßig die eigene Zulieferkette und Fertigungsstrategie auf den Prüfstand stellen. Dabei spielen unter anderem Fragen nach den Fertigungsbedingungen in Offshore-Ländern eine Rolle, aber auch Just-in-Time-Lieferungen sowie Produktionsstandorte, die in Erdbebenregionen liegen oder durch Terror und Krieg bedroht sind. In diesem Kontext bringt es Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, in einem Interview auf den folgenden Nenner: „Die Welt als eine einzige Fabrikhalle zu begreifen, ist vorbei. Das bedeutet, dass Produktionen, die bislang im Ausland angesiedelt waren, zurückkommen könnten (…)”. Als Gründe nennt er neben Zöllen und der sich ändernden Kalkulationsbasis auch den technischen Fortschritt in der heimische Produktion. Faktoren, die durchaus neue Denkmodelle in der gesamten Produktions- und Zuliefererkette zulassen. Hinzu kommt ein weiterer Schwerpunkt, nämlich das Thema Nachhaltigkeit und Reputation. Unternehmen, die auf schlechte Produktionsbedingungen setzen und damit rein den Kostenfaktor im Blick haben, werden zukünftig das Nachsehen haben. Diesem politischen und gesellschaftlichen Druck können sich Unternehmensverantwortliche nicht mehr entziehen. Von daher gilt es, die Sensibilität und Awareness auch in diesen Bereichen auszubauen, um den Faden in der Zulieferkette nicht zu verlieren. Oder anders formuliert: Zum Einblick muss der Aus- und Weitblick im gesamten Prozess des Supply Chain Risk Management kommen.
(ESV/ps)
Ein Supply Chain Risk Management muss in der Gesamtorganisation fest verankert und die handelnden Personen müssen mit dem dafür notwendigen Mandat und Wissen ausgestattet sein. Denn das Risikomanagement kann nur so gut sein wie die Personen, die es ausfüllen müssen. Von daher trifft der alte Spruch nach wie vor zu: (Supply Chain) Risk Management ist Chefsache.
Wie ein aktives Supply Chain Risk Management in der Praxis aussehen kann, zeigen die folgenden Beispiele:
| Praxisbeispiele: Zulieferketten stärken dank Nachhaltigkeit, Resilienz und Standards |
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Big Data und der Mensch
Überhaupt muss es für Unternehmen darum gehen, neue Methoden in ihr Supply Chain Risk Management zu integrieren. Dabei spielen neue Analyseverfahren und Auswertungen im Big-Data-Umfeld eine wichtige Rolle, um beispielsweise mithilfe von Szenarien zu validen Aussagen über die Risikolage in einzelnen Ländern, Regionen oder weltweit zu gelangen. Damit lassen sich Komplexitäten in der kompletten Zulieferkette reduzieren und wertvolle Informationen für das eigene Handeln gewinnen. Dies setzt aber Experten voraus, die in der Lage sind, Daten zu überprüfen und vor allem die richtigen Schlüsse für das weitere Vorgehen zu ziehen. Denn die größte und beste Datengrundlage wird nutzlos, wenn Unternehmen intern nicht in der Lage sind, diese zu interpretieren und auf Kausalität zu prüfen.Doch dies alleine genügt nicht. Unternehmen müssen in unseren sensiblen Zeiten regelmäßig die eigene Zulieferkette und Fertigungsstrategie auf den Prüfstand stellen. Dabei spielen unter anderem Fragen nach den Fertigungsbedingungen in Offshore-Ländern eine Rolle, aber auch Just-in-Time-Lieferungen sowie Produktionsstandorte, die in Erdbebenregionen liegen oder durch Terror und Krieg bedroht sind. In diesem Kontext bringt es Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, in einem Interview auf den folgenden Nenner: „Die Welt als eine einzige Fabrikhalle zu begreifen, ist vorbei. Das bedeutet, dass Produktionen, die bislang im Ausland angesiedelt waren, zurückkommen könnten (…)”. Als Gründe nennt er neben Zöllen und der sich ändernden Kalkulationsbasis auch den technischen Fortschritt in der heimische Produktion. Faktoren, die durchaus neue Denkmodelle in der gesamten Produktions- und Zuliefererkette zulassen. Hinzu kommt ein weiterer Schwerpunkt, nämlich das Thema Nachhaltigkeit und Reputation. Unternehmen, die auf schlechte Produktionsbedingungen setzen und damit rein den Kostenfaktor im Blick haben, werden zukünftig das Nachsehen haben. Diesem politischen und gesellschaftlichen Druck können sich Unternehmensverantwortliche nicht mehr entziehen. Von daher gilt es, die Sensibilität und Awareness auch in diesen Bereichen auszubauen, um den Faden in der Zulieferkette nicht zu verlieren. Oder anders formuliert: Zum Einblick muss der Aus- und Weitblick im gesamten Prozess des Supply Chain Risk Management kommen.
| RMA-Leitfaden: Supply Chain Risk Management |
| Der Arbeitskreis Supply Chain Risk Management der RMA hat einen eigenen Leitfaden zum Supply Chain Risk Management erstellt. Dieser setzt auf eine ganzheitliche Betrachtung strategischer, operativer und finanzieller Risiken in der Supply Chain – auch unter Berücksichtigung von Compliance-Fragestellungen. Dazu gehören auch geeignete Methoden zur Risikoidentifizierung und -bewertung, die Definition von Messinstrumenten zur Risikoüberwachung und Analyse von Maßnahmen zur Risikosteuerung. Weitere Informationen finden Sie hier. Den Leitfaden - Supply CRM können Sie über die Homepage der RMA kostenfrei bestellen. |
| Digitale Risiken und Werte auf dem Prüfstand Wie kann das Risikomanagement im digitalen Zeitalter zusätzlichen Mehrwert liefern? Welche neuen Risiken oder auch ethischen Fragestellungen entstehen in einem immer internationaleren, zunehmend mobilen und digitalen Marktumfeld? Diese und weitere spannende Fragen nimmt das Expertenteam der Risk Management Association e.V. (RMA) praxisnah in den Blick. Schwerpunkte sind u.a.:
Die enthaltenen Themen sind ein exzellenter Querschnitt zu aktuellen Konzepten und wichtigen Trends im Risikomanagement – einer elementaren Unternehmensfunktion in einem immer vielseitigeren Berufsfeld. |
(ESV/ps)