COMPLIANCEdigital
 
Kampf gegen Korruption  
21.10.2014

Transparency International mit neuer Führungsspitze

José Ugaz ist neuer Vorsitzender von Transparency International (© Transparency International)
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat den Peruaner José Ugaz zum neuen Vorsitzenden ernannt. Als Stellvertreterin wurde die Russin Elena Panfilova gewählt.
Auf der diesjährigen Generalversammlung, die in Berlin abgehalten wurde, hat Transparency International ein neues Führungsduo gewählt. Mit José Ugaz und Elena Panfilova stehen ab sofort zwei profilierte Kämpfer gegen Korruption an der Spitze. Ugaz löst die Kanadierin Huguette Labelle ab, die der Organisation seit 2005 vorstand. Panfilova folgt dem Kameruner Akere Muna nach.

Über 200 Prozesse wegen Korruptionstatbeständen

Ugaz kann auf seine Erfahrungen als Sonderstaatsanwalt in Sachen Korruption in Peru zurückgreifen. Seit 2002 war José Ugaz Präsident von Proetica, der nationalen Organisation von Transparency International in Peru.

Als Staatsanwalt hat Ugaz hat mehrere Korruptionsprozesse auf höchster Ebene geführt. Bekannt geworden ist Ugaz durch die Korruptionsverfahren gegen den früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori und den ehemaligen Geheimdienst-Chef Vladimiro Montesinos.Auch sonst liest sich seine Bilanz beeindruckend: Zwischen 2000 und 2002 eröffnete die von ihm geleitete Einheit mehr als 200 Prozesse gegen 1.500 Regierungsbeamte und Partner von Fujimori. Es wurden Vermögen in Höhe von 205 Millionen US-Dollar im Ausland eingefroren und 75 Millionen US-Dollar zurückerlangt.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Elena Panfilova gewählt, die Chefin von Transparency International Russland. Panfilova hat im Jahr 1999 Transparency Russland gegründet und war dessen Geschäftsführerin bis sie im Juli 2014 Vorsitzende wurde.

Korruption durch Offshore-Unternehmen verhindern

In seiner neuen Rolle will Ugaz vor allem gegen den Missbrauch von Offshore-Unternehmen vorgehen: „Es gibt immer noch zu viel Korruption, und wir müssen mehr dagegen tun. Zu oft kommen korrupte Personen davon und müssen keine Sanktionen fürchten. Der Missbrauch von Offshore-Unternehmen muss beendet werden“. Sonst könnten korrupte Personen weiter in den Genuss unrechtmäßig erworbener Vermögen kommen, sich frei bewegen und ein Luxusleben führen, während die Armen die Rechnung zahlen müssten, so Ugaz.

Das neue Führungsduo wird in seinem Kampf gegen Korruption durch den zwölf-köpfigen internationalen Vorstand unterstützt. Auf der Generalversammlung wurden sechs neue Mitglieder in das Gremium gewählt: Sion Assidon (Marokko), Emile Carr (Sierra Leone), Jeremy Carver (Großbritannien), Mercedes de Freitas (Venezuela), Mark Mullen (Georgien) und Elisabeth Ungar Bleier (Kolumbien). Die Biographien der neuen Mitglieder finden Sie hier.

eingestellt von ESV-Redaktion COMPLIANCEdigital | um 10:00 Uhr am 21.10.2014