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Personalmanagement  
10.01.2020

Unternehmenskultur als Kündigungsgrund

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
Beschäftigte versprechen sich nach ihrer Kündigung neue Perspektiven. (Foto: alphaspirit/stock.adobe.com)
Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur ist für 38% der Angestellten der wichtigste Kündigungsgrund, wenn sie sich zu einem Arbeitsplatzwechsel entschließen.
Zu den wichtigsten Neujahrsvorsätzen wurden Angestellte kürzlich befragt: 41% gaben an, etwas bewegen zu wollen und einen Unterschied zu machen. Auf Platz zwei liegt in der von der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry durchgeführten Befragung der Wunsch, einen neuen Job zu finden (3%). Gehaltszuwächse oder eine bessere Work-Life-Balance sind nur für 8% der wichtigste Vorsatz. Auf eine Beförderung wollen nur 5% hinaus.

Unternehmenskulturelle Defizite

Daraus lässt sich schließen, dass Geld bei den Bedürfnissen hinter ideellen Werten weit zurücksteht. Klar erkennbare berufliche Entwicklungsschritte halten 22% für die wichtigste Verbesserung beim aktuellen Arbeitgeber. 19% wünschen sich schlichtweg einen neuen Chef. 15% würden gern in einem anderen Bereich beim gleichen Arbeitgeber anfangen.

38% geben eine falsche Unternehmenskultur als wichtigste Motivation zur Kündigung im neuen Jahr an: „Längst haben Kultur und Aufgabe das Gehalt als wichtigsten Motivationsfaktor für den Jobwechsel abgehängt“, schlussfolgert Carsten Schaefer, Experte für Talent und Professional Search bei Korn Ferry. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehe es immer mehr darum, welchen Beitrag sie zum Unternehmenszweck leisten können. Eine Unternehmenskultur, die über den unmittelbaren Profit hinausgeht, werde damit immer wichtiger, um Talente zu finden und zu binden. Schäfer stellt fest, dass „toxische Unternehmenskulturen“ immer häufiger dazu führen, dass wichtige Talente frühzeitig ihren Arbeitsplatz räumen. Das koste Unternehmen am Ende viel Geld.

Neue Karriere-Bedürfnisse

Nach Carsten Schaefer sollte es Unternehmen jetzt darum gehen, die Mehrheit in ihrer professionellen Entwicklung so zu unterstützen, dass der Gedanke an einen Jobwechsel keine entscheidende Rolle mehr spielt. Die jeweilige Unternehmensführung sollte sich fragen: Was sind die wichtigsten Bedürfnisse der relevanten Leistungsträger und Talente – und er empfiehlt, die Entwicklungs- und Entlohnungssysteme darauf auszurichten. So sei auch im Hinblick auf Neueinstellungen vorzugehen.

Die vollständigen Auswertungen finden Sie hier.

Das Thema Unternehmenskultur und ein entsprechendes Transformationskonzept bei Veränderungsnotwendigkeiten wird in der ZCG-Ausgabe 01/2020 behandelt werden, die Anfang Februar erscheinen wird.

 

HR-Audit

Autor: Rainer Billmaier

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(ESV/fab)