Unternehmenskultur als Kündigungsgrund
Unternehmenskulturelle Defizite
Daraus lässt sich schließen, dass Geld bei den Bedürfnissen hinter ideellen Werten weit zurücksteht. Klar erkennbare berufliche Entwicklungsschritte halten 22% für die wichtigste Verbesserung beim aktuellen Arbeitgeber. 19% wünschen sich schlichtweg einen neuen Chef. 15% würden gern in einem anderen Bereich beim gleichen Arbeitgeber anfangen.38% geben eine falsche Unternehmenskultur als wichtigste Motivation zur Kündigung im neuen Jahr an: „Längst haben Kultur und Aufgabe das Gehalt als wichtigsten Motivationsfaktor für den Jobwechsel abgehängt“, schlussfolgert Carsten Schaefer, Experte für Talent und Professional Search bei Korn Ferry. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehe es immer mehr darum, welchen Beitrag sie zum Unternehmenszweck leisten können. Eine Unternehmenskultur, die über den unmittelbaren Profit hinausgeht, werde damit immer wichtiger, um Talente zu finden und zu binden. Schäfer stellt fest, dass „toxische Unternehmenskulturen“ immer häufiger dazu führen, dass wichtige Talente frühzeitig ihren Arbeitsplatz räumen. Das koste Unternehmen am Ende viel Geld.
Neue Karriere-Bedürfnisse
Nach Carsten Schaefer sollte es Unternehmen jetzt darum gehen, die Mehrheit in ihrer professionellen Entwicklung so zu unterstützen, dass der Gedanke an einen Jobwechsel keine entscheidende Rolle mehr spielt. Die jeweilige Unternehmensführung sollte sich fragen: Was sind die wichtigsten Bedürfnisse der relevanten Leistungsträger und Talente – und er empfiehlt, die Entwicklungs- und Entlohnungssysteme darauf auszurichten. So sei auch im Hinblick auf Neueinstellungen vorzugehen.Die vollständigen Auswertungen finden Sie hier.
Das Thema Unternehmenskultur und ein entsprechendes Transformationskonzept bei Veränderungsnotwendigkeiten wird in der ZCG-Ausgabe 01/2020 behandelt werden, die Anfang Februar erscheinen wird.
HR-AuditAutor: Rainer BillmaierDer Personalbereich als ein wichtiger Revisionsschwerpunkt wird wegen kritischer Bestände an persönlichen und sensiblen Daten häufig mit Zurückhaltung betrachtet. Internationale Arbeitsmärkte, die Digitalisierung und der „war for talents“ durch zunehmenden Fachkräftemangel rücken jedoch die risikoorientierte Betrachtung des Personalmanagements stärker in den Fokus – weit über klassische Prüfungen von Sozialabgaben, Firmenwagen und Reisekosten hinaus.
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(ESV/fab)