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Europäische Union  
20.04.2018

Verschärfung der Geldwäsche-Richtlinie

ESV-Redaktion COMPLIANCEdigital
Plattformen für Kryptowährungen sollen Kunden stärker kontrollieren (Foto: Eisenhans/Fotolia.com)
Um mehr Transparenz bei internationalen Geldgeschäften zu schaffen, hat die EU als Reaktion auf die Panama-Papers und Anschläge in Paris und Brüssel eine Verschärfung der Geldwäsche-Richtlinie beschlossen.
Künftig bekommen EU-Bürger damit das Recht zu erfahren, wer die wahren Eigentümer und Profiteure von Unternehmen sind und wer hinter Briefkastenfirmen steckt. Briefkastenfirmen werden häufig gegründet, um Geld zu waschen, Steuern zu vermeiden oder Vermögen zu verstecken. Diese Praktiken sollen mit der Aktualisierung der Richtlinie besser bekämpft werden können.

Terrorismusfinanzierung und Kryptowährungen          

Auch anonyme Geldgeschäfte im Internet, die zum Beispiel Terroristen ausnutzen könnten, sollen erschwert werden. Plattformen für Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple müssen künftig ihre Kunden kontrollieren und diese Plattformen müssen außerdem zugelassen oder eingetragen sein.

„Richtige Antwort auf Steuerflucht und Steuervermeidung”

Bereits im Dezember 2017 hatten sich Vertreter des Parlaments und der Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Linie für die Regelverschärfung geeinigt. Die EU-Länder haben nach Inkrafttreten der Richtlinie 18 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen.

„Geldwäscher und Steuervermeider scheuen Transparenz wie der Teufel das Weihwasser”, sagte der Europa-Abgeordnete der Grünen, Sven Giegold: „Die neuen Regeln zur Bekämpfung der Geldwäsche sind die richtige Antwort auf Steuerflucht und Steuervermeidung.”

Mit der Aktualisierung der Geldwäsche-Richtlinie würden dubiose Finanztransaktionen künftig deutlich erschwert, teilte der konservative lettische Abgeordnete Krisjanis Karinsšmit, der den Kompromiss mit ausgehandelt hatte.

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(ESV/ps)