COMPLIANCEdigital
 
Risikoprüfung in der Finanzverwaltung  
27.03.2019

Vorteile digitalgestützter Außenprüfung

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
Digitalisierung: Anlass für veränderte Vorgehensweise bei steuerlichen Außenprüfungen (Foto: stockpics/Fotolia.com)
Im Zuge der Digitalisierung hat sich die Vorgehensweise bei steuerlichen Außenprüfungen wesentlich verändert: Eingesetzt wird nun das systematische Prüfungskonzept „Summarische Risikoprüfung“ (SRP).
Nach Angaben der Landesregierung Schleswig-Holstein hat die Finanzverwaltung das System SRP als Antwort auf zunehmende Digitalisierungsanforderungen entwickelt und setzt es bereits über die Landesgrenzen hinaus bundesweit sowie teilweise auch im Ausland ein. Anlass war, dass der Umfang an Informationen (Daten) stark zugenommen habe und weiter rasant ansteige; außerdem hätten sich Fehler- und Manipulationsrisiken zum Teil verändert.

Veränderte Bedingungen erfordern zusätzliche Prüfungsmittel

Diesen veränderten Bedingungen für steuerliche Außenprüfungen stehen zusätzliche (digitale) Prüfungsmittel gegenüber, bekanntermaßen seit Längerem u.a. das bundeseinheitlich eingesetzte Datenanalyseprogramm IDEA®. Weniger Aufmerksamkeit fand bisher - ausgehend von Schleswig-Holstein - die Entwicklung des systematischen Prüfungskonzeptes „Summarische Risikoprüfung“ (SRP), um die Vorteile einer digital gestützten Außenprüfung möglichst weitreichend nutzen zu können.

Datenvisualisierung und -analytik

Nach den Erläuterungen der Landesregierung wird mit SRP auf den wahrnehmungsphysiologischen Vorteil der Datenverbildlichung gesetzt und es werden grundlegende Erkenntnisse der Datenanalytik wie z.B. „Fuzzy-Logic“, „Musteranalysen“, „Aussagen unter Unsicherheit mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitslehre“ genutzt. Neben der Förderung des qualifizierten Methodenverständnisses wird als ein weiterer Kernaspekt der SRP die mehrperspektivische Datenanalytik genannt: „Durch die systematische Verknüpfung unterschiedlicher geeigneter Datenvisualisierungen wird eine mehrfach abgesicherte Beurteilungsgrundlage erarbeitet. Die risikoorientierte Prüfung mit der gezielten Vertiefung entdeckter Auffälligkeiten sowie eine nachvollziehbare Dokumentation werden durch das SRP-Konzept gefördert.“

Veröffentlicht wurde auch ein Handbuch für die Summarische Risikoprüfung (SRP). Es ist in erster Linie als Arbeitshilfe für die Prüferinnen und Prüfer gedacht und soll zu einem besseren Verständnis der Intention und der Arbeitsweise der SRP mit deren systematischen Zusammenhängen beitragen.

 

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 (ESV/uw)