Zahlungsverhalten in Deutschland
Bargeld: Drei Viertel der Transaktionen
Laut Studie wurden 74 Prozent der Transaktionen 2017 mit Banknoten und Münzen getätigt, das sind fünf Prozentpunkte weniger gegenüber 2014. Insbesondere Kleinbetragszahlungen bis 5 Euro werden weiterhin zu 96 Prozent und Ausgaben bis 50 Euro größtenteils in bar beglichen. Auf den Umsatz betrachtet ist allerdings erstmals seit dem Beginn der Erhebungen der Bargeldanteil auf unter 50 Prozent gefallen. Damit hat sich der zwischen 2011 und 2014 nachlassende Trend zur Substitution von baren durch bargeldlose Zahlungsinstrumente wieder etwas beschleunigt.Die Nutzung von Debitkarten (hauptsächlich Girocard, mit Pin oder Unterschrift) nimmt dagegen zu. Ihr Anteil am Umsatz ist gegenüber 2014 um knapp sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent gestiegen. Bezogen auf die Anzahl der Transaktionen liegen Debitkarten nun bei 19 Prozent (plus vier Prozentpunkte gegenüber 2014).
Aber auch Kreditkarten werden etwas häufiger als noch vor drei Jahren verwendet. Ihr Anteil am Umsatz stieg leicht, blieb aber weiterhin unter 5 Prozent. Kreditkarten kommen zumeist bei größeren Beträgen (durchschnittlich 81 Euro) zum Einsatz. Zuwächse weisen kontaktlose Kartenzahlungen auf. Erstmals ist ihr Anteil am Umsatz auf über ein Prozent gestiegen, per Smartphone sowie mit Kunden- und Prepaid-Karten wird bisher kaum bezahlt.
Schwarzarbeit und Geldwäsche
Das Thema Zahlungsverhalten steht derzeit besonders im Fokus der Öffentlichkeit. So ist eine Tendenz zur Einschränkung des Barzahlungsverkehrs in der EU zu beobachten, um Terrorismusfinanzierung und Schattenwirtschaft effektiver zu bekämpfen. Zu nennen sindhierbei die Entscheidung des EZB-Rates, die Produktion und Ausgabe der 500 Euro-Banknote einzustellen sowie die aktuelle Diskussion über die EU-weite Einführung einer Barzahlungsobergrenze, neben den bereits existierenden geldwäscherechtlichen Regelungen.
Allerdings weist die Bundesbank darauf hin, dass ihr nach wie vor keine belastbaren Studien bekannt seien, welche die Wirksamkeit von Barzahlungsobergrenzen belegen. Und auch die Bürgerinnen und Bürger sind skeptisch. Die Frage, ob Schwarzarbeit und Geldwäsche erfolgreich durch die Abschaffung von Bargeld bekämpft werden können, bejahten nur 37 Prozent, 52 Prozent sind skeptisch.
Die vollständige Studie der Deutschen Bundesbank können Sie sich hier ansehen.
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(ESV/ps)