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Corporate Responsibility in Unternehmen häufig nur Stückwerk

Die Bertelsmann Stiftung hat Anfang Juli den Corporate Responsibility Index (CRI) veröffentlicht. Deutsche Firmen haben demnach großen Nachholbedarf in Sachen „Corporate Responsibility“ (CR). Die Studie kommt ferner zu dem Schluss, dass neben dem Druck der Kunden vor allem die Ressourceneffizienz Treiber für CR-Aktivitäten ist.

Nach den Ergebnissen der CRI-Studie der Bertelsmann Stiftung hat die Wirtschaft in Deutschland in Sachen CR noch einen weiten Weg vor sich. Zwar befürworten in 73 Prozent der Firmen demnach Vorstand und Geschäftsführung derartige Aktivitäten - allerdings integrieren lediglich 39 Prozent diese Maßnahmen in ihre Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten.

Laut der  Studie gibt es aber auch Lichtblicke: Von den 169 großen und mittelständischen Unternehmen, die sich an der Untersuchung beteiligten, überzeugte vor allem der Automobilhersteller BMW. Als weitere Branchenbeste konnte sich folgende Firmen durchsetzen: die DZ Bank unter den Finanzdienstleistern, die Hamburg Airport GmbH unter den Logistikunternehmen, die Jungheinrich Aktiengesellschaft unter den Maschinen- und Anlagenbauern, die LR Gebäudereinigung GmbH unter den Dienstleistungsunternehmen, die Lebensbaum – Ulrich Walter GmbH aus der Gruppe der mittelständischen Unternehmen und die Phoenix Contact GmbH in der Kategorie Familienunternehmen.

Nach Aussage der Studienmacher bewerte der Index nicht nur, wie verantwortlich Unternehmen handeln, sondern er fragt erstmals danach, wie diese Verantwortung unternehmensintern verankert, gelebt und umgesetzt wird. Während in vielen Unternehmen die "gesellschaftliche Verantwortung" oftmals nur fragmentarisch gelebt werde, ist sie in zehn Prozent der untersuchten Betriebe nahezu überall Bestandteil der Gesamtstrategie. Folgende Punkte sind es, die laut der Bertelsmann Stiftung die Besten von den anderen Firmen unterscheidet:

  • Das Top-Management trägt die Strategie,
  • CR ist Aufgabe hoher Leitungsfunktionen,
  • eine Wertekultur ist in allen Unternehmensbereichen erkennbar,
  • CR-Ziele sind klar definiert und
  • die Zielerreichung wird gemessen.
Die Motive für CR-Aktivitäten sind laut der Studie in erster Linie aber vor allem von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Im Vordergrund stehe die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern und damit die Erschließung von Absatz- und Arbeitsmärkten. Weitere Gründe sind, sich von der Konkurrenz abzuheben und das eigene Image zu verbessern. 62 Prozent der Unternehmen bezeichnen Corporate Responsibility als wichtig oder sehr wichtig für den betriebswirtschaftlichen Erfolg und für strategisch bedeutsam. Jedoch verfügen erst  42 Prozent der Unternehmen bereits über eine ausformulierte CR-Strategie, die Teil der Gesamtstrategie ist.

Der größte Treiber für CR-Aktivitäten sei hingegen für Unternehmen das Thema Ressourceneffizienz. Konzentrierten sich früher die Unternehmen primär auf die Steigerung der Produktivität, ginge es heute vor allem darum, schonend  mit Ressourcen umzugehen. Als wesentliche Ziele für CR-Aktivitäten gaben die Unternehmen an:
  • Reduktion ökologischer Belastungen (67 Prozent),
  • Mitarbeiterzufriedenheit (53 Prozent),
  • Steigerung der Arbeitgeberattraktivität (39 Prozent).
Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass es vor allem Kunden sind, die den Druck auf die Unternehmen erhöhen. "Unternehmen sollten sehr viel stärker mit ihren wichtigen Partnern und Kunden in Dialog treten, um die CR-Aktivitäten zielführend zu gestalten. Denn je besser sie deren Erwartungen entsprechen, desto höher ist die Akzeptanz", sagte Birgit Riess, Expertin der Bertelsmann Stiftung für das Thema Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.

Die gesamte Studie können Sie auf den Seiten der Bertelsmann Stiftung abrufen. Den gesamten Pressetext finden Sie hier.

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