71 Prozent der deutschen Spitzenmanager klagen darüber, es gebe „alles in allem“ zu viele Vorschriften und Regulierungen in Deutschland. Das Ausmaß sei größer als in vergleichbaren westlichen Ländern. So lauten die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Institut Forsa in den vergangenen Wochen unter knapp 700 Führungskräften der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Handelsblatts durchgeführt hat. Die Bürokratie habe, so fasst es der Forsa-Studienleiter Manfred Güllner zusammen, „die Unternehmen im Würgegriff“. Ob Aufbewahrungsfristen oder Einreisebürokratie: Zu viel Regeln vernichten nicht nur Arbeitsplätze, sie wirken sich auch negativ auf Investitionen aus.
Die Führungskräfte gaben auch an, wo Verbesserungen zwingend erforderlich sind: Vor allem bei den Steuern und Abgaben gibt es aus Sicht von 81 Prozent der Befragten zu viele Vorschriften und Regelungen. Zwei Drittel bemängeln das zudem im Bau- und Planungsrecht. In der Baubranche gehen 45 Prozent der Führungskräfte so weit zu sagen, sie seien „der Willkür der Bürokratie weitgehend hilflos ausgeliefert“. Immerhin habe, so das HB in seiner Ausgabe vom 6. Oktober 2012 (S. 12), die Hälfte der Manager aber auch die Erfahrung gemacht, dass die Beamten Verständnis für ihre Belange gezeigt hätten.
Nur sieben Prozent der für den Handelsblatt Business-Monitor Befragten geben an, die vielen Vorschriften und Regulierungen noch überschauen zu können. Die Folge ist, dass der Beratungsbedarf steigt. Mehr als drei Viertel der Spitzenmanager stellen fest, sie seien in den letzten Jahren zunehmend auf Anwälte und Steuerberater angewiesen gewesen. Insgesamt gesehen fordert mehr als die Hälfte der Befragten einen Abbau der Regulierungen. Nur für den Bereich der Banken und Finanzmärkte sprechen sich 31 Prozent der Befragten für mehr Regulierung aus.
Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
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