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Corporate Governance  
09.03.2020

Stakeholder Value und Shareholder Value keine Gegensätze

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
Die Unternehmensleitung sollte alle Interessengruppen im Blick haben. Das steigert die Erfolgschancen. (Foto: metamorworks/stock.adobe.com)
Stakeholder Value und Shareholder Value sind nur scheinbar Gegensätze. Die Unternehmensleitung sollte die Erwartungen aller Interessengruppen berücksichtigen.

Die zuletzt wieder intensiv geführte Diskussion um Shareholder und Stakeholder Value zeigt, dass gute Unternehmensführung allen Interessengruppen zugutekommt. In Abkehr von der einseitigen Berücksichtigung der Aktionärsinteressen bestehen innerhalb der EU bereits regulatorische Vorschriften, wonach sich Unternehmensleitungen mit den Erwartungen aller Interessengruppen durch den Aufbau entsprechender Corporate-Governance-Systeme auseinandersetzen müssen.

Anforderungen als Chance statt als Bremse

Unternehmen, die unter Beachtung regulatorischer Vorgaben die Rechte und Bedürfnisse aller achten, erzeugen positive Ertragsimpulse. Für Jens Laue, KPMG-Partner WP/CPA, ist das ein Petitum, entsprechende Anforderungen als Chance zu sehen und weniger als regulatorische Bremse. In seinem Anfang April in der Zeitschrift ZCG erscheinenden Beitrag stellt er regulatorische Veränderungen auf der einen und Stakeholder Value bzw. Shareholder Value auf der anderen Seite gegenüber. Sein Ansatz ist es, aufzuzeigen, welche positiven Effekte aus gut gelebter Corporate Governance resultieren.

Wem dient die Unternehmensleitung?

Mit dem Shareholder Value kam zu Beginn der 1980ere Jahre weltweit eine neue Sicht auf den Unternehmenszweck auf. Während bis dahin vielfach der buchhalterische Gewinn als Maß des Erfolgs eines Unternehmens herangezogen wurde, verschob sich die Betrachtung zugunsten des Ertragswerts eines Unternehmens und damit auf den Wert des Eigenkapitals.

Schon bald aber entwickelte sich die Gegenposition, dass sich die Unternehmensleitung nicht ausschließlich den Interessen der Anteilseigner verschreiben, sondern den Belangen aller Anspruchsgruppen widmen sollte. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Kunden, Lieferanten, Arbeitnehmer und gesellschaftliche Ansprüche genannt. Dieser Stakeholder Value wird oft als Gegenentwurf zum Shareholder Value verstanden. Das ist nach Einschätzung von Jens Laue nur insofern richtig, als dass die alleinige Ausrichtung des Unternehmens auf die Steigerung des Marktwerts durch die Einbettung in die Interessen aller Anspruchsgruppen im Stakeholder-Value-Ansatz verwässert wird. Insgesamt gesehen sieht er aber keine Gegensätzlichkeit von Stakeholder und Shareholder Value.

Der Beitrag des KPMG-Partners WP/CPA Jens Laue erscheint in der ZCG-Ausgabe 02/2020 unter dem Titel „Wie Corporate Governance zum Unternehmenswert beiträgt – Unternehmen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, dienen auch ihren Aktionären“.

Governance in der vernetzten Wirtschaft

Autor: Prof. Dr. Sybille Schwarz

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Umbrüche stellen das klassische Governance-Verständnis heute auf den Prüfstand. Sowohl organisationsintern als auch in den Beziehungen zu den Stakeholdern und der Umwelt zeigt sich immer mehr, dass Unternehmenssteuerung nur noch begrenzt möglich ist.

Wie der Spagat gelingt, im Unternehmen für ein stabilisierendes Mindestmaß an Orientierung zu sorgen, aber auch unter hoher Marktdynamik flexibel zu bleiben, beleuchtet Sybille Schwarz aus verschiedenen Blickwinkeln:

  • Die managementorientierte Perspektive: zu normativen, strategischen und unternehmenskulturellen Gestaltungsmöglichkeiten
  • Die ökonomische Perspektive: zu Verhaltensmustern unter komplexen Markt- und Wettbewerbsbedingungen
  • Die gesellschaftliche Perspektive: zu Veränderungen durch die Digitalisierung oder Fragen der Nachhaltigkeit.

(ESV/fab)
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