Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Auf Basis von Leistungsdaten und Befragungen bei der Techniker Krankenkasse bearbeiteten Mitarbeitende im Homeoffice im Schnitt rund 20 Prozent mehr Kundenanliegen und Telefonate als in der Dienststelle.
Der Produktivitätsvorteil entsteht vor allem durch konzentrierteres, störungsfreieres Arbeiten. Für spontanen Austausch, Wissenstransfer, Teamzusammenhalt und Führung bleibt das Büro jedoch relevant. Diese Faktoren wirken sich nicht immer unmittelbar auf Kennzahlen aus, sind aber entscheidend für die langfristige Leistungsfähigkeit von Organisationen.
Die Studie identifiziert einen Kipp-Punkt: Mehr Homeoffice steigert die Produktivität nicht unbegrenzt. Für die TK liegt dieser Punkt aktuell bei rund 60 Prozent Homeoffice-Anteil. Oberhalb dieser Schwelle nimmt die Gesamtproduktivität nicht weiter zu und kann sogar sinken – etwa durch zu geringe gemeinsame Präsenz und abnehmenden informellen Austausch. Dabei handelt es sich um einen unternehmensweiten Durchschnitt; je nach Team, Aufgabe und Organisationskultur kann der optimale Wert variieren.
Fazit der Fraunhofer-Studie: Homeoffice kann die Produktivität steigern. Entscheidend ist eine bewusst gestaltete hybride Arbeitsorganisation, die die Stärken von Homeoffice und Büro gezielt kombiniert und neben Leistungskennzahlen auch Zusammenarbeit, Zufriedenheit und Wissensaustausch berücksichtigt.
Diese Befunde werden durch eine Homeoffice-Studie der Universität Konstanz gestützt. Fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zeigt die Langzeituntersuchung: Der Wunsch nach Homeoffice ist weiterhin hoch. Beschäftigte bevorzugen im Durchschnitt rund drei Homeoffice-Tage pro Woche, 75 Prozent wünschen sich ein hybrides Arbeitsmodell, und 71 Prozent achten bei der Jobsuche gezielt auf Homeoffice-Angebote.
Ein Trend zur Präsenzpflicht ist nicht erkennbar. Nur 19 Prozent berichten von verschärften Vorgaben, eine vollständige Präsenzpflicht existiert lediglich in 8 Prozent der Unternehmen. Außerdem widerspricht die Studie der Annahme, Präsenzpflicht steigere die Leistung: Strengere Anwesenheitsvorgaben erhöhen die emotionale Erschöpfung, nicht die Produktivität. Beschäftigte in flexiblen Arbeitsmodellen berichten 2025 von höherer subjektiver Leistungsfähigkeit und geringerer Belastung.
Triple Transformation: New Work, Digitalisierung und NachhaltigkeitHerausgegeben von Dr. Ole Wintermann und Cornelia DaheimDie Arbeitswelt erlebt einen tiefgreifenden Wandel – nicht nur durch die Digitalisierung und den Einzug der New Work-Kultur in Unternehmen und Organisationen, sondern zunehmend auch durch die Notwendigkeit, das Wirtschaften selbst nachhaltiger zu gestalten. Wie diese Veränderungen zusammenwirken und wie New Work-Prinzipien die nachhaltige und digitale Transformation beschleunigen können, beleuchtet dieser Band aus verschiedenen konzeptuellen und praktischen Perspektiven.
|
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
